Lernen mit KI: Wie du richtig gute Prompts entwickelst und davon maximal profitierst
Künstliche Intelligenz ist nur so gut wie die Fragen, die du ihr stellst. Wer lernen will, sollte lernen, gute Prompts zu schreiben – denn darin liegt der Schlüssel für echte Erkenntnisse.
Gute Prompts sind der Dreh- und Angelpunkt beim Arbeiten mit KI. Sie entscheiden darüber, ob du banale Antworten bekommst – oder echte Aha-Momente. In diesem Beitrag erfährst du, wie du als Lernender kluge, differenzierte und zielführende Prompts formulierst – und wie du daraus ein eigenes Lernsystem entwickelst, das dich wirklich weiterbringt.
Warum Prompts der Schlüssel sind
Wenn du mit einer KI wie ChatGPT lernst, gibst du ihr Anweisungen, Fragen oder Impulse – sogenannte Prompts. Diese Prompts sind keine Nebensache, sondern das Herzstück der Interaktion. Sie bestimmen, wie präzise, tief oder kreativ die KI reagiert. Ein guter Prompt bringt Klarheit, ein schlechter nur generische Floskeln.
Wer lernen will, sollte sich nicht nur auf die Technik verlassen, sondern selbst zum Gestalter werden. Denn: Nicht die KI denkt für dich – sondern du steuerst den Denkprozess über deine Fragen.
Was ein guter Prompt leisten sollte
Ein guter Lern-Prompt ist wie eine kluge Frage an eine sehr belesene, geduldige und strukturierte Person. Er sollte klar formuliert sein, ein konkretes Ziel verfolgen und der KI genug Kontext geben, damit sie sinnvoll antworten kann.
Dabei gilt: Je klarer du bist, desto besser ist das Ergebnis. Gleichzeitig darf ein guter Prompt auch offen genug sein, um neue Perspektiven zu ermöglichen.
Ein guter Prompt:
- hat ein klares Lernziel (z. B. „Ich möchte XY besser verstehen“)
- benennt den gewünschten Kontext (z. B. „Erkläre es für jemanden ohne Vorkenntnisse“)
- gibt eine bestimmte Rolle vor (z. B. „Du bist mein Lerncoach…“)
- fordert bestimmte Formate an (z. B. Beispiele, Checklisten, Tests)
- ist variabel – du kannst ihn weiterentwickeln
Beispiele für Lern-Prompts, die funktionieren
Schlecht:
„Was ist Change Management?“
→ liefert dir wahrscheinlich eine oberflächliche Definition.
Besser:
„Erkläre mir die Grundlagen von Change Management so, als wäre ich neu in einer Führungsposition und soll ein Team durch Veränderung führen. Bitte mit einem konkreten Praxisbeispiel.“
Noch besser:
„Ich bin neu als Teamleitung im Mittelstand und soll ein Change-Projekt begleiten. Erkläre mir in maximal 10 Sätzen, worauf ich achten muss, damit das Team mitzieht. Bitte nenne mir zusätzlich drei typische Fehler in Change-Prozessen und wie ich sie vermeiden kann.“
Weitere Ideen:
- „Erstelle mir einen Lernplan für die nächsten 4 Wochen zum Thema X, aufgeteilt in kleine Tagesportionen.“
- „Gib mir eine Quizfrage zum Thema XY, damit ich prüfen kann, ob ich es verstanden habe.“
- „Ich erkläre dir gleich etwas in meinen eigenen Worten. Sag mir danach, ob es inhaltlich korrekt ist.“
- „Führe mit mir ein Rollenspiel: Du bist mein Prüfungstrainer, ich bin der Prüfling zum Thema AEVO.“
Du merkst: Gute Prompts machen die KI nicht nur zum Erklärer, sondern zum Coach, Partner oder Spiegel. Das ist der wahre Mehrwert.
Prompt-Strategien für nachhaltiges Lernen
1. Rollenbasiertes Prompting
Lass die KI in eine bestimmte Rolle schlüpfen. So bekommst du besser strukturierte und zielgerichtete Antworten.
Beispiele:
„Du bist mein Lerncoach – motiviere mich!“
„Du bist eine Fachbuch-Autorin – gib mir eine fundierte Erklärung.“
„Agiere als mein Sparringspartner – argumentiere gegen mich.“
2. Formatbasiertes Prompting
Bestimme die Form, in der du lernen willst.
Beispiele:
„Erkläre mir das als Metapher.“
„Fasse die Kernideen in drei Sätzen zusammen.“
„Schreibe ein Gedicht über das Thema, damit ich es mir besser merke.“
3. Dialogisches Prompting
Führe ein echtes Gespräch. Baue deine Prompts aufeinander auf.
Beispiele:
„Das habe ich verstanden – was wäre der nächste Schritt?“
„Was wäre eine typische Prüfungsfrage zu diesem Thema?“
„Könntest du das noch einfacher erklären?“
4. Transfer-Prompts
Frage nach Übertragung des Gelernten auf andere Kontexte.
Beispiele:
„Wie kann ich dieses Wissen im beruflichen Alltag nutzen?“
„Welche Verbindung gibt es zu meinem eigentlichen Fachgebiet (z. B. Personalentwicklung)?“
Gute Prompts führen zu eigenem Denken
Das Ziel ist nicht, dass die KI für dich denkt – sondern dass du mit der KI denkst. Gute Prompts helfen dir, dich selbst besser zu strukturieren, Fragen präziser zu stellen, Antworten kritisch zu prüfen. Sie machen dein Denken sichtbar. Du kannst mit der KI üben, deine Gedanken zu ordnen, Begriffe zu klären, Zusammenhänge zu durchdringen.
Mit der Zeit lernst du, dich selbst besser zu fragen – das ist vielleicht der wertvollste Lerneffekt überhaupt.
Fazit: Wer gut fragt, lernt besser
Prompts sind mehr als technische Eingaben – sie sind Werkzeuge für kluge Köpfe. Wenn du lernst, gute Prompts zu schreiben, entwickelst du nicht nur dein Fachwissen, sondern auch deine Denkfähigkeit.
Du wirst klarer, strukturierter, neugieriger. Und du wirst merken: Die KI ist nicht die Quelle deiner Erkenntnis – sondern der Katalysator dafür.
Besser fragen lernen – und Lernen neu denken
Gute Prompts entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis von Klarheit, Struktur und einer bewussten Lernhaltung. Bei Amatum zeigen wir, wie Lernen mit KI sinnvoll, reflektiert und zielgerichtet gelingt – nicht als Technikspielerei, sondern als echtes Werkzeug für Entwicklung, Weiterbildung und berufliche Praxis.




